Intrakranieller Druck: der unsichtbare Wächter der Gehirngesundheit

Intrakranieller Druck: der unsichtbare Wächter der Gehirngesundheit

Autor: Liu Baiyun, Chefarzt, Beijing Tiantan Hospital, Capital Medical University

Gutachter: Xiao Weizhong, Chefarzt, Drittes Krankenhaus der Peking-Universität

Der intrakraniale Druck, ein wenig bekanntes, aber im täglichen Leben entscheidendes Konzept, steht tatsächlich in engem Zusammenhang mit der Gesundheit unseres Gehirns. Ob der Hirndruck normal ist oder nicht, hängt direkt mit der normalen Funktion unseres Gehirns zusammen. Da das einschlägige Wissen zum Thema Hirndruck jedoch noch wenig verbreitet ist, fehlt es vielen Menschen häufig an ausreichendem Verständnis und Wachsamkeit, wenn sie mit einem anormalen Hirndruck konfrontiert werden.

1. Hirndruck: der Schlüssel zur Erhaltung der Gehirngesundheit

Unter intrakranieller Druck versteht man den Druckzustand, der durch das Hirngewebe, die Blutgefäße und die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit in der Schädelhöhle aufrechterhalten wird. Es ist eine notwendige Voraussetzung für die Gewährleistung einer normalen Gehirnfunktion. Dieser Druckzustand wird in einem dynamischen Gleichgewicht gehalten. Ähnlich wie der Blutdruck in einem bestimmten Bereich gehalten werden muss, um die Blutzirkulation im gesamten Körper sicherzustellen, muss auch der intrakraniale Druck in einem bestimmten Bereich gehalten werden, um die gesunde Funktion des Gehirns sicherzustellen.

Unter normalen physiologischen Bedingungen schwankt der spezifische Wert des Hirndrucks normalerweise zwischen 80 und 180 mmH2O, und dieser Wert wird indirekt durch die Messung des Drucks der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit widergespiegelt. Als Puffermedium für das Hirngewebe ist die Zirkulationsdynamik der Zerebrospinalflüssigkeit von entscheidender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Stabilität des Hirndrucks. Es durchläuft den Prozess der Produktion, Zirkulation und Absorption, um die Stabilität der intrakraniellen Umgebung aufrechtzuerhalten.

2. Abnormaler Hirndruck: Lebensalarm ertönt

Ein abnormaler Hirndruck, sei er zu hoch oder zu niedrig, ist ein Zeichen für einen pathologischen Zustand und erfordert unsere höchste Aufmerksamkeit.

Intrakranielle Hypertonie ist ein häufiges klinisches Phänomen eines abnormalen Hirndrucks. Wenn der intrakraniale Druck ansteigt, können bei den Patienten Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie verschwommenes Sehen auftreten. Diese Symptome werden durch erhöhten intrakraniellen Druck verursacht, der eine Kompression des Hirngewebes bewirkt und die normale Funktion des Gehirns beeinträchtigt. Wenn ein hoher Hirndruck nicht umgehend behandelt wird, verschlechtert sich der Zustand des Patienten weiter und es können schwerwiegende Symptome wie Bewusstseinsverlust, Koma oder sogar Lebensgefahr auftreten.

Abbildung 1 Original-Copyright-Bild, keine Erlaubnis zum Nachdruck

Die Symptome einer intrakraniellen Hypertonie beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden des Patienten, sondern können durch ihre Auswirkungen auf den emotionalen und psychischen Zustand auch indirekt zu erhöhtem Blutdruck führen. Bei anormalen Zuständen wie erhöhtem Hirndruck aktiviert der menschliche Körper eine Reihe von Selbstregulierungsmechanismen. Unter anderem ist erhöhter Blutdruck eine Maßnahme des Körpers, um die Blutversorgung des Hirngewebes zu steigern. Dieser Vorgang wird als Cushing-Reaktion bezeichnet und ist eine Manifestation sympathischer Hyperaktivität.

Obwohl intrakranielle Hypotonie seltener vorkommt, erfordert sie dennoch unsere Aufmerksamkeit. Bei Patienten mit niedrigem Hirndruck können Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auftreten. Obwohl diese Symptome nicht so schwerwiegend sind wie ein hoher Hirndruck, erfordern sie ebenfalls eine rechtzeitige medizinische Behandlung, um eine weitere Verschlechterung des Zustands zu verhindern.

3. Überwachung und Diagnose des intrakraniellen Drucks

Zur genauen Diagnose eines anormalen Hirndrucks sind eine Reihe von Tests erforderlich. Die Lumbalpunktion ist eine der wichtigsten Methoden zur Überwachung des Hirndrucks. Allerdings birgt die Lumbalpunktion auch gewisse Risiken, wie Infektionen und Blutungen. Daher muss der Arzt vor der Durchführung einer Lumbalpunktion eine umfassende Untersuchung des Patienten durchführen, um die Sicherheit der Operation zu gewährleisten.

Obwohl die Genauigkeit einer Lumbalpunktion bei bis zu 90 % liegt, wird sie durch den Kreislaufzustand der Zerebrospinalflüssigkeit beeinflusst, insbesondere wenn eine Obstruktion im Kreislauf der Zerebrospinalflüssigkeit vorliegt. Der Fluss der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit ist blockiert und der gemessene Druck spiegelt möglicherweise nicht den tatsächlichen Hirndruck wider.

Um diese Einschränkung zu überwinden, müssen Ärzte über ein hohes Maß an Identifikationsfähigkeit verfügen und umfassende Urteile auf der Grundlage der klinischen Symptome des Patienten, bildgebender Untersuchungen und anderer Mittel fällen. Bildgebende Untersuchungen können Veränderungen in der Gehirnstruktur intuitiv darstellen und so eine solide Grundlage für die Diagnose bieten und die Genauigkeit der Diagnose sicherstellen.

Behandlung von abnormalem Hirndruck

Zunächst wird der Arzt durch eine ausführliche Untersuchung und Diagnose die konkrete Ursache des abnormalen Hirndrucks ermitteln. Dabei kann es sich um eine Reihe von Faktoren handeln, beispielsweise um ein Trauma, einen Schlaganfall, einen Gehirntumor, eine Infektion usw. Nachdem die Ursache der Erkrankung ermittelt wurde, wird der Arzt sein Bestes tun, um diese potenziellen pathogenen Faktoren auszuschließen. Dies ist die grundlegende Methode zur Senkung des Hirndrucks.

Abbildung 2 Original-Copyright-Bild, keine Erlaubnis zum Nachdruck

Bei der medikamentösen Behandlung setzen Ärzte je nach individueller Situation des Patienten Dehydrations- und Diuretika wie Mannitol und Furosemid ein, um den Wassergehalt des Hirngewebes zu senken, das Volumen des Hirngewebes zu reduzieren und so den Hirndruck zu senken. Gleichzeitig zählen Beruhigungsmittel und eine Senkung der Körpertemperatur zu den häufig eingesetzten Behandlungsmethoden, die den Grundumsatz verlangsamen und so Blutdruck, Herzfrequenz und Hirndruck senken können.

Wenn jedoch nichtchirurgische Behandlungen zur Kontrolle des Hirndrucks nicht wirksam sind, können Ärzte einen chirurgischen Eingriff in Erwägung ziehen. Die chirurgische Behandlung umfasst hauptsächlich zwei Methoden: interne Dekompression und externe Dekompression. Bei der internen Dekompression handelt es sich um die chirurgische Entfernung von erkranktem Gewebe im Gehirn, beispielsweise nekrotischem Gewebe oder blutenden Bereichen, um den intrakraniellen Raum freizugeben und den intrakraniellen Druck zu senken. Bei der externen Dekompression handelt es sich um ein Verfahren zur Linderung des intrakraniellen Drucks durch Öffnen eines Schädelfensters zur Freisetzung des hervortretenden Hirngewebes. Dieses Verfahren wird auch als dekompressive Kraniektomie bezeichnet.

Bei der Behandlung eines erhöhten Hirndrucks ist die Dekompression mit Liquordrainage eine erwägenswerte Option. Eine wirksame Methode zur Senkung des intrakraniellen Drucks ist die Drainage der Zerebrospinalflüssigkeit, zu der auch die Lumbalpunktionskatheterdrainage und die externe Ventrikeldrainage mittels Bohrloch im Kopfbereich gehören. Bei erhöhtem Hirndruck, der durch Störungen der Liquorzirkulation und Hydrozephalus verursacht wird, ist eine Drainage die beste Wahl, die durch die Freisetzung überschüssiger Liquor cerebrospinalis den Hirndruck senken kann. Allerdings ist zu beachten, dass die Liquordrainage gewisse Risiken birgt und ihre Anwendung einer strengen Indikationsstellung bedarf. In manchen Fällen, beispielsweise bei einer intrakraniellen Hypertoniekrise, ist eine Lumbalpunktion und -drainage kontraindiziert, da dies zu einer Hirnhernie führen kann.

Abbildung 3 Original-Copyright-Bild, nicht autorisierte Reproduktion

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